Das Gute, das Wahre und das Schöne als Einladung für die kommende Zeit
Spätestens seit Goethe haben das Gute, das Wahre und das Schöne einen festen Platz in unserem kulturellen Denken, auch wenn diese Begriffe für manche heute etwas aus der Zeit gefallen wirken.
Und doch können sie uns in einer Gegenwart, die von Krisen, Beschleunigung und Widersprüchen geprägt ist, daran erinnern, dass das Auseinandersetzen mit möglichen Zukünften nicht nur und ausschließlich Problembeschreibung ist. Sie können dabei helfen, die Welt nicht nur nach Effizienz, Nutzen oder Machbarkeit zu bewerten.
Vielleicht so: Das Gute verweist auf Verantwortung und Fürsorge. Das Wahre auf die Bereitschaft, genau hinzusehen und Komplexität auszuhalten. Das Schöne auf eine Qualität, die berührt und verbindet und Sinn erfahrbar macht.
Wenn Unsicherheit wächst, verengt sich der Blick und die Aufmerksamkeit richtet sich auf Risiken, Verluste und Bedrohungen. Das ist nachvollziehbar und situativ vollkommen sinnvoll: Wenn Gefahr droht, sollten wir sie auch früh erkennen. Doch als dauerhafte Haltung erschöpft diese Perspektive.
Das Gute, das Wahre und das Schöne wirken dem entgegen, denn sie öffnen Wahrnehmung und lösen uns aus einem verengten Blick, der kaum noch Raum für Gestaltung lässt.
Eine mögliche Zukunft braucht nicht immer sofort Lösungen. Sie braucht erst einmal Haltung, Werte und Denk- und Wahrnehmungsangebote, die Orientierung geben.
Darin kann eine Einladung für die kommende Zeit liegen: weniger auf Verunsicherung zu reagieren und mehr zu gestalten, was trägt.