Eine Frage des Designs
“Design bedeutet, den bestmöglichen Dienst zu leisten – auf die zeitloseste und nachhaltigste Weise.“
Diesen Satz habe ich von Philippe Starck in einem Interview* gelesen. Für mich zeigt er sehr schön, dass Design immer auch Ausdruck dessen ist, wie Designerinnen und Designer auf die Welt schauen und worauf sie reagieren.
Design beginnt in diesem Verständnis mit der Frage nach Relevanz und Verantwortung.
Im Kurs Design Research am Institut Industrial Design der FH Joanneum Graz steht deshalb zuerst das Verstehen im Mittelpunkt:
🔸Wie verändert sich Gesellschaft?
🔸 Wo braucht es neue Lösungen, frische Ideen?
🔸An welchen Schnittstellen von technologischen Entwicklungen, ökologischen Fragen und räumlichen Kontexten „flirrt“ es?
Die Fachhochschule Joanneum in Graz
Die Semesteraufgabe lautet:
„Stell dir vor, du bist Designer:in in Residence in einem Museum für Moderne Kunst und kuratierst eine Ausstellung zu deinem Thema.“
Diese Perspektive hilft den Studierenden, stärker mehrdimensional zu konzipieren und neue Zusammenhänge im Spannungsfeld heutiger Herausforderungen und möglicher Zukünfte zu erkennen. Mit Kontext, neuen Erzählungen, viel menschlicher Kreativität und oft auch mit Humor.
Entstanden sind forschungsbasierte Konzepte zu:
– Lernräumen, Architektur und Lernzeiten in neuer Allianz,
– Gesundheitsdaten, Self-Tracking und Selbstbestimmung,
– haptischen, spielerischen Alternativen zum Tablet für Kinder auf langen Reisen.
Vielleicht liegt genau hier eine zentrale Designkompetenz unserer Zeit:
früh denken, vernetzt verstehen und verantwortungsvoll gestalten.
Und das gilt nicht nur für Designerinnen und Designer, sondern für alle, die unsere Lebensräume mitgestalten.
Also für uns alle 🙂
* Wirtschaftswoche N°40
Credit Fotos: Julian Mullan / privat