KI & die Asynchronität der Gesellschaft

Gestern wurde bei Markus Lanz über technische Möglichkeiten gesprochen, die sooo absurd nach Science-Fiction klingen, tatsächlich aber Realität sind.  

💃 WLAN-Signale verändern sich, wenn sich Menschen durch einen Raum bewegen. Spezielle Systeme können daraus erkennen, wo sich eine Person befindet, wie sie sich bewegt und teilweise sogar, ob sie steht, sitzt oder gestürzt ist – ohne Kamera und auch durch bestimmte Wände hindurch.

🗣 Sprache wiederum versetzt Fensterscheiben oder Gegenstände in minimale Schwingungen. Werden diese Bewegungen mit einer Kamera oder einem Laser erfasst, können Algorithmen daraus ein Tonsignal rekonstruieren.

📱 liegt ein Smartphone neben einer Tastatur, registrieren seine Bewegungssensoren unter bestimmten Bedingungen die feinen Erschütterungen der Anschläge. KI kann darin Muster erkennen und sie einzelnen Tasten oder Wörtern zuordnen.

Diese physischen Spuren waren natürlich schon immer da, neu ist, wie gut sie erfassbar sind, miteinander verbunden und ausgewertet werden können. Ganz ohne Mikro oder James-Bond-Kamera im Kugelschreiber. 

Diese & viele weitere Entwicklungen sind so durchdringend und rasant, dass sie eine eigentümliche gesellschaftliche Asynchronität erzeugen.
Heißt: Das Wissen darüber, was bereits möglich ist, und auch praktiziert wird, ist höchst ungleich verteilt.

Wie lassen sich die Folgen einer Technologie also demokratisch aushandeln, wenn bereits das Wissen über die technische Gegenwart so ungleich verteilt ist?

So wichtig für die Auseinandersetzung mit einer möglichen Zukunft ist deshalb ein klareres Verständnis der Gegenwart, ein Sichtbarmachen der “blind spots”.

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Die Sache mit unserem Gehirn und der(Zukunfts)Gestaltung