Wir verlernen, in Möglichkeiten zu denken

Ein Gedanke aus meiner Keynote bei „The Power of Wood“ in Weiz, der eine ganz besondere Allianz mit einem jahrtausendealten Werkstoff eingeht: Holz.

Denn Holz ist bereit, künftig ganz neue Aufgaben zu übernehmen und sogar zur Industriekomponente zu werden.

Als Rotorblätter für Windenergieanlagen oder als Stoßstange aus Holzhybrid für elektrifizierte Sportwagen. Die Kreislaufwirtschaft wird gestärkt, das Gesamtgewicht von Bauteilen in Mobilität und Transport reduziert. Unter anderem.

Die ersten Gedanken dazu? Skepsis. Holz brennt doch viel zu schnell, wird spröde, ist kaum belastbar.

Hier beginnt sie, die eigentliche Herausforderung: Wie gelingt es uns, in etwas Vertrautem neue Möglichkeiten zu erkennen?

Wir kennen Holz aus unserem Alltag – als Tisch oder als Baumaterial in Häusern.

Diese Vertrautheit prägt unsere Vorstellung davon, was Holz kann und wofür wir es einsetzen. Neues Wissen aus Forschung und Materialprüfung hat jedoch große Sprünge gemacht und vieles verändert.

Um dieses Potenzial auszuschöpfen, hilft es, gewohnte Denk- und Bewertungsmuster zu hinterfragen.

Aus meiner Sicht können diese drei Dinge helfen:

🌱 Bilder hinterfragen: Was wissen wir über vertraute Materialien und über ihre heutigen Möglichkeiten wirklich? Und was nehmen wir nur an?

🌱 Frühe Vernetzung: Materialforschung und industrielle Praxis müssen früh zusammen kommen. So entstehen konkrete Anforderungen, aus denen neue Werkstofflösungen (weiter)entwickelt werden können.

🌱 Ausbildung neu denken: Schon in der Ausbildung damit beginnen. Wer Materialwissen mit Design, digitalen Kompetenzen und technischen Anforderungen verbindet, kann neue Einsatzmöglichkeiten erkennen und erproben.

Die Praxisimpulse von Katja Olsen (Daimler Truck), Diemo Wojik (Siemens Mobility) und Manuel Seebauer (Fb Industry Automation) zeigten, welche Einsatzmöglichkeiten Holz bereits in Mobilität, Schienenverkehr und Intralogistik eröffnet. Beeindruckend.

Auch Landesrat Willibald Ehrenhöfer betonte, wie wichtig das Zusammenspiel von Betrieben und Forschung für die Weiterentwicklung des Werkstoffs Holz und die regionale Wertschöpfung ist.

Innovation beginnt oft mit einem neuen Blick auf das, was wir bereits kennen.

Danke an das Wood Vision Lab und Weitzer Woodsolutions für die Einladung.

Und an alle Beteiligten für die Einblicke und Gespräche, die zeigen, wie Zukunft wächst, wo Neues & Vertrautes klug miteinander verbunden wird. :)

Bilder: The Power of Wood © StoryHof, restl. Bilder © Wood Vision Lab

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